One line

Margareta Ferek-Petrić: Doomscrolling for Future! So good

Kammer-Musik-Theater

(2025)

»Doomscrolling for Future! So good.« ist ein Stück, das als satirischer, kritischer Kommentar zum Weltgeschehen zu verstehen ist.

 

Die Struktur des Textes von Raphaela Edelbauer lässt sich in drei klar übergeordnete Ebenen unterteilen: Nachrichten, Werbung und die verschiedensten persönlichen, individuellen Posts. Der Text thematisiert die Fragmentierung des Bewusstseins, die in den sozialen Medien durch die permanente Konfrontation mit Informationen entsteht. Die daraus resultierende Überforderung und Übersättigung manifestieren sich in der Zersplitterung der Identität sowie der stetigen Zunahme an Eindrücken. Es werden gesellschaftliche wie auch politische Brennpunkte angesprochen. Dabei wird bewusst mit Assoziationen aus verschiedenen Themenbereichen gearbeitet, die für die Rezipienten erkennbar sind. Es erklingen bunte, manchmal widersprüchliche Tonfälle, die sich zwischen Berichterstattung und sensationslüsterner Chronik, zwischen Apokalypse und Banalität bewegen und immer wieder durch triviale Werbeunterbrechungen gestört werden. Es wird sowohl auf die gleichzeitige Existenz von Banalität und Lächerlichkeit in den übermittelten Inhalten als auch auf das Potenzial für Gehirnwäsche hingewiesen.

 

Abstrakte, kreative, erweiterte Klänge der menschlichen Stimme sowie aus anderen Genres und Epochen »entliehene« Klischees bilden ein Kontrastprinzip und sind die Grundlage der Klangdramaturgie. Das Ziel besteht darin, mit minimalen Mitteln die Übersättigung und Fallen der Social-Media-Welt evident zu machen, die Absurdität der konsumierten Inhalte aufzuzeigen und mit Humor zu unterstreichen. Es soll eine humoristische Darbietung so gestaltet werden, dass sie eine ambivalente Wirkung auf das Publikum ausübt, indem sie zum einen komische Elemente aufweist, während sie zum anderen eine tiefere, ernste Bedeutung in sich trägt, die beim Rezipienten ein Gefühl des Unbehagens auslöst.

(Margareta Ferek-Petrić)