UR!
Stuttgart
Simon Steen-Andersen: UR!
In Zusammenarbeit mit und aufgeführt von Michael Schmid
Bühnen- und Videoperformance (2025–2026)
Simon Steen-Andersen: Video, Licht, Elektronik
Michael Schmid: Performance
Peter Tinning, Kameraassistent
Alexandre Fostier, Liveelektronik
Produktion: Ictus Ensemble
Bühnen- und Videoperformance, frei nach der »Ursonate« und dem Leben von Kurt Schwitters, von Simon Steen-Andersen in Zusammenarbeit mit Michael Schmid.
Ein Jahrhundert nach der Entstehung der »Ursonate« macht sich der dänische Komponist, Regisseur und Videokünstler Simon Steen-Andersen daran, die miteinander verflochtenen Lebenswege ihres Schöpfers, Kurt Schwitters, und ihres engagiertesten Interpreten, Michael Schmid, nachzuzeichnen.
Nachdem er von den Dadaisten als zu romantisch abgelehnt worden war, entwickelte Schwitters seine eigene Ein-Mann-Kunstbewegung: »MERZ bedeutet, Beziehungen zu schaffen«, verkündete er unbescheiden, »vorzugsweise zwischen allen Dingen der Welt!« Angetrieben von Unruhe und einer unbändigen Fantasie bewegte sich Schwitters über Disziplinen und Materialien hinweg und schuf Installationskunst, noch bevor es diesen Begriff gab, Multimedia-Konzepte, die über die Technologie seiner Zeit hinausgingen, ein Libretto für eine surreale, apokalyptische Science-Fiction-Oper–und, wie allgemein bekannt, das ikonische Klanggedicht »Ursonate«, das er im Laufe der 1920er Jahre entwickelte.]]
Nachdem er von den Dadaisten als zu romantisch abgelehnt worden war, entwickelte Schwitters seine eigene Ein-Mann-Kunstbewegung: »MERZ bedeutet, Beziehungen zu schaffen«, verkündete er ganz ohne Bescheidenheit, »vorzugsweise zwischen allen Dingen der Welt!« Angetrieben von Unruhe und einer unbändigen Fantasie bewegte sich Schwitters über Disziplinen und Materialien hinweg und schuf Installationskunst, noch bevor es diesen Begriff gab, Multimedia-Konzepte, die die Technologie seiner Zeit überstiegen, ein Libretto für eine surreale, apokalyptische Science-Fiction-Oper–und, wie allgemein bekannt, das ikonische Klanggedicht »Ursonate«, das er in den 1920er Jahren entwickelte.
Im Jahr 2002, kurz davor, eines der schwierigsten Flötenstücke zu meistern, das je geschrieben wurde, wurde Michael Schmid von dem schlimmsten Albtraum eines Musikers heimgesucht: der seltenen neurologischen Erkrankung fokale Dystonie. Trotz stetig sich verschlimmernder Symptome entwickelte er sich zu einem gefeierten Flötisten und Kernmitglied des Ictus-Ensembles, während ihn die Erkrankung zugleich zu einer Reihe paralleler künstlerischer Abenteuer antrieb, vor allem als Stimmkünstler, der die »Ursonate« über zwei Jahrzehnte hinweg mehr als hundert Mal intensiv studierte und aufführte.
Ganz im Sinne von Kurt Schwitters lässt Steen-Andersen seine Erkenntnisse wieder in das Dokumentarmaterial einfließen, unterwirft sie den Prinzipien von MERZ und schafft so ein spielerisches, fantastisches Porträt der beiden Männer. Über Zeit und Raum hinweg begegnen sie sich tief im Inneren der »Ursonate«: Schmid, unter dem Einfluss von Neurologika und mystischen Ritualen, die von einer Logopädin, die zur Schamanin geworden ist, durchgeführt werden; und Schwitters, der nach einem Schlaganfall auf seinem Sterbebett halluziniert, während er über sein eigenes Ende nachdenkt.
Quelle: v2.ictus.be
UR! ist entstanden im Auftrag von SWR, Ictus, Festival d’Automne, Hellerau–European Center of the Arts, Festival 20·21, De Bijloke Muziekcentrum, Frequenz Festival, Perpodium, SPOR Festival
gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung
© Lars Svankjær
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