PfeilGrafik MdJGrafik NVSGrafik NWSGrafik

Niklas Seidl "Nachbarie (2010)"

03.10.2010 (13:30) Schwäbisch Gmünd Marienkapelle der JVA Gotteszell

Die JVA befindet sich in einem ehemaligen Dominikanerinnenkloster. Die Komposition wird aus musikalischen und performativen Akten zusammen mit den Inhaftierten entwickelt und aufgeführt. Der Fokus richtet sich auf die Situation der Inhaftierten in der JVA und thematisiert den Kontext einer solchen Einrichtung im urbanen Umfeld Baden-Württembergs. Der künstlerische Prozess äußert sich in Form eines Spiels, das ein individuelles Handeln der Inhaftierten erfordert. Es wird zusammen mit ihnen entwickelt, Regelwerk und Zielsetzung erhalten eine eigenverantwortliche Grundlage.

Die Künstler möchten mit Menschen an einem Ort arbeiten, der in der Gesellschaft zu einem verschwiegenen und abgelehnten Teil gehört. An diesem marginalisierten Ort gehen sie auf die Suche, treten in einen Dialog ein und ermöglichen schließlich einem Publikum, diesen Ort zu entdecken und zu einem Ort der Begegnung zu machen. "Musik von nicht-professionellen Musikern kann ein spannendes Resultat ergeben, wenn die Loslösung von einem gängigen musikalischen Konzept gelingt. Die Entwicklung neuer Musik im Sinne des Wortes ist eine der schwierigsten Aufgaben in der Musik; sie reizt uns aber umso mehr, als die Möglichkeiten der Entdeckung für den Ausführenden wie für den Hörer immens sind."

Niklas Seidl sowie Jan Rohwedder, Regisseur und Felix Dreher, Klangregie sind sich der zu gewährenden Diskretion sehr bewusst und kooperieren bereits in der Entwicklungsphase eng mit der Gefängnisleitung.

Zurück