Musiktheater von Matteo Francescini und César Camarero
06.10.2010 (20:00) Stuttgart Theaterhaus T2
Matteo Franceschini "Il Gridario"
Gesetze können dazu dienen, das Zusammenleben zu vereinfachen. Gelegentlich dienen sie jedoch einfach dem Erhalt der Macht. So im Falle des Gridario, der "Schreibfibel" von Matteo Franceschini.
Das Stück kreist um einen trentinischen Fürstbischof des 18. Jahrhunderts, der sein Volk mit prohibitiven Gesetzen unterdrückt. Verkörpert wird der Gegensatz zwischen der aristokratischen, offenkundig unantastbaren und künstlerisch veredelten Sphäre auf der einen und der rohen, spontanen Stimme des Volkes auf der anderen Seite durch die entgegengesetzten Stimmwelten eines Soprans und eines Männerchores.
Sieben Gesetze werden verkündet: Sie werden zum Bildungsweg für einen einsamen Protagonisten, der in sich den Widerstreit der beiden Welten austrägt - der zerrissen ist zwischen der Furcht zu fragen und dem Bedürfnis, Antworten zu erhalten.
César Camarero "En la medida de las cosas"
"Der Missbrauch von Geschichte ist eine der größten Schlechtigkeiten unserer Zeit", sagt der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges. Für den Komponisten César Camarero, der in seiner Musik einen bewussten Umgang mit (Musik-)Geschichte pflegt, gilt diese These auch in Bezug auf das Theater.
Was aber könnte zur Geschichte eines Musiktheaters werden, wenn der Inhalt die Form ist? Zwei Gedichte der argentinischen Dichterin María Negroni macht Camarero zur Grundlage für sein Stück "En la medida de las cosas". Mit den Worten "soweit wie möglich" lässt sich der spanische Titel übersetzen. Der theatralische Möglichkeitsraum offenbart einen Gegensatz zwischen zwei Welten.
Wie weit kann sich Kunst inmitten der Dinge hinauswagen? Was ist Kunst, was ist wirklich - und was wirklich in der Kunst?
Gesetze können dazu dienen, das Zusammenleben zu vereinfachen. Gelegentlich dienen sie jedoch einfach dem Erhalt der Macht. So im Falle des Gridario, der "Schreibfibel" von Matteo Franceschini.
Das Stück kreist um einen trentinischen Fürstbischof des 18. Jahrhunderts, der sein Volk mit prohibitiven Gesetzen unterdrückt. Verkörpert wird der Gegensatz zwischen der aristokratischen, offenkundig unantastbaren und künstlerisch veredelten Sphäre auf der einen und der rohen, spontanen Stimme des Volkes auf der anderen Seite durch die entgegengesetzten Stimmwelten eines Soprans und eines Männerchores.
Sieben Gesetze werden verkündet: Sie werden zum Bildungsweg für einen einsamen Protagonisten, der in sich den Widerstreit der beiden Welten austrägt - der zerrissen ist zwischen der Furcht zu fragen und dem Bedürfnis, Antworten zu erhalten.
César Camarero "En la medida de las cosas"
"Der Missbrauch von Geschichte ist eine der größten Schlechtigkeiten unserer Zeit", sagt der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges. Für den Komponisten César Camarero, der in seiner Musik einen bewussten Umgang mit (Musik-)Geschichte pflegt, gilt diese These auch in Bezug auf das Theater.
Was aber könnte zur Geschichte eines Musiktheaters werden, wenn der Inhalt die Form ist? Zwei Gedichte der argentinischen Dichterin María Negroni macht Camarero zur Grundlage für sein Stück "En la medida de las cosas". Mit den Worten "soweit wie möglich" lässt sich der spanische Titel übersetzen. Der theatralische Möglichkeitsraum offenbart einen Gegensatz zwischen zwei Welten.
Wie weit kann sich Kunst inmitten der Dinge hinauswagen? Was ist Kunst, was ist wirklich - und was wirklich in der Kunst?


