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Abschlusskonzert Zukunftsmusik

10.10.2010 (19:00) Stuttgart Theaterhaus T1

Rupert Huber "Al-Ganyy"

Al-Ganyy ist einer der 99 Namen Allahs. Er bedeutet übersetzt "Der sich selbst genügende". Das kalligraphische Schriftzeichen Al-Ganyy nimmt Ruper Huber als Grundlage für sein neues Chorstück, das den abendländischen Werkbegriff in Frage stellt: Ist es möglich, dass ein Kunstwerk perfekt und absolut ist - so wie sich manche Religionen Gott vorstellen? "Gott ist einer, ein ewig reiner" heißt es in der 112. Sure des Koran. Verträgt aber Musik solche Reinheit?

Hannes Seidl/Daniel Kötter: "Freizeitspektakel"
Musiktheater mit den Neuen Vocalsolisten

"Ich glaube, ins Theater geht man, um etwas zu erleben, das besser ist als das wirkliche Leben", behauptete die Opernheroin Maria Callas.
Ihre Losung machen sich Hannes Seidl und Daniel Kötter in ihrem Musiktheater zu eigen. Unter Bezugnahme auf den Theoretiker der Gesellschaft des Spektakels Guy Debord, den Philosophen Michel Foucault und den Komponisten Hanns Eisler gestalten sie einen Abend, der der Logik der gesellschaftlichen Ökonomie enthoben ist. Die Trennung von Arbeits- und Freizeitwelt ist aufgehoben, "Freizeitspektakel" ist Freizeitgestaltung und Kunstarbeit zugleich. Fünf Sänger doubeln fünf arbeitende Freizeitgestalter, Amusement und Arbeit gehen Hand in Hand und nähern sich der Utopie der Situationisten "Ne travaillez jamais!" - "Arbeiten Sie nie!"

Jennifer Walshe: "2978"

Unser Leben liegt in den Händen von "Wahrsagern": Meteorologen und Klimaforscher, Börsenauguren und Finanzspekulanten bestimmen unser Heute mit ihren Prognosen. Die Irin Jennifer Walshe antwortet auf die Fiktion des Zukunftswissens mit Science-fiction. 2978 ist eine traumartige und grüblerische Vorstellung von Stuttgart am Rande der nächsten Jahrtausendwende.

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